Jun 5
Es gibt Dinge, die sollte man lieber lassen, wenn man keine Ahnung hat. Dazu gehört beispielsweise: Zur Haushaltsschere greifen und sich in einem Wutanfall die Haare bzw. den Pony selbst zu schneiden! Genau den Fehler habe ich Anfang der Woche gemacht. Alles war nervig, wenig bis nichts ist an dem Tag so gelaufen, wie ich es gewollt, geplant und mir vorgestellt hatte und mein Pony ging mir eh schon Ewig auf die Nerven. Also dachte ich mir, wenn ich zumindest die Haare heute noch hinbekomme, dann habe ich schon mal einen Grund weniger, mich zu ärgern! Pustekuchen!

Ich schnitt erstens teilweise etwas zu kurz und teilte auch die Ponypartie viel zu dick ab. Dementsprechend konnte jeder auf den ersten Blick sehen, dass da ein totaler Laie am Werk war. Die Haare sahen aus wie gewollt und nicht gekonnt (was ja der Wahrheit entspricht).

Erst habe ich versucht, das Missgeschick dadurch zu kaschieren, dass ich die ganze Woche lang Haarreifen getragen habe. Nur leider habe ich den Pony zwar kurz geschnitten, also zu kurz, um ihn offen zu tragen. Auf der anderen Seite war er jedoch noch immer zu lang, so dass hinten aus dem Haarreifen immer Ponypartien in alle Richtungen standen.
Zwischendurch habe ich es damit versucht, den Pony mit einem Lockenstab zur Seite zu föhnen – das sah aus wie eine 60er, 70er Jahre Powerfrisur. Kurz: alles zum heulen!!!

Heute Morgen hab ich es dann endlich zum Friseur geschafft. Ich hoffte, da der Friseur etwas abseits liegt, einen leeren Laden vorzufinden, wo man unentdeckt von sämtlichen anderen Menschen mein Missgeschick schnell beheben würde. Nix da, wäre zu einfach gewesen. Der Friseurladen war für seine Verhältnisse ziemlich voll, so voll, dass eine der Friseurinnen mich von ihrem aktuellen Kunden aus fragte, was ich wünsche. Verschämt meinte ich, ob denn spontan Zeit wäre, meinen Pony zu schneiden. Gedacht habe ich mir: Bitte, ich bin ein Notfall, guck doch, so kann man mich hier nicht wieder raus lassen – rette mich. Zum Glück war das unnötig, man hatte auch so nach kurzer Wartezeit Zeit für mich.

Die Friseurin sah mich bzw. mein misslungenes Möchtegern-Meisterwerk erstmal an. Mit einem Lächeln meinte sie, momentan sei es anscheinend Mode, sich selbst an den Haaren zu versuchen, ich sei nämlich an diesem Vormittag schon die Zweite, welche damit ankäme. Zum Glück hätte ich aber wenigstens noch etwas zum „retten“ da gelassen. Meine Vorgängerin hatte ihren Pony wohl ratzekurz geschoren, so dass die Friseuse fast nichts mehr machen konnte. Bei mir sah sie zumindest die Möglichkeit, dass sie mich mit besserer Frisur wieder aus dem Laden gehen lassen könnte.

So war es dann auch: Sie legte den Pony komplett auf die Stirn, schaute mich ein paar Sekunden an, schnitt an der ein oder anderen Stelle noch einwenig nach, föhnte kurz, gab einwenig Wachs auf die Ponypartie und fertig war ich. Und verwundert auch, so habe ich mich nämlich noch nie im Spiegel gesehen. Normaler Weise hatte ich immer einen recht langen Pony. Selbst als er mal einwenig kürzer war (so bis zur Nasenspitze) habe ich ihn immer zur Seite und mit Scheitel getragen. Jetzt habe ich den Pony bis zu den Augenbrauen und er bedeckt die komplette Stirn – sieht neu aus, einwenig moderner, anders, aber: besser als vorher und so langsam gefällt mir das auch! :-)

Statt selber zur Schere zu greifen, hätte ich es lieber so machen sollen, wie die Bloggerinnen von Crazytoast und der Blogwiese – die Beiden haben ihre Typveränderung ja auch direkt beim Friseur machen lassen und kamen erst gar nicht auf die glorreiche Idee, es selbst zu probieren. Für das nächste Mal bin ich jetzt immerhin schlauer :-)

Das Verwunderlichste hätte ich jetzt fast vergessen zu erwähnen: Nachdem ich wieder zurecht geschnitten worden bin und mit dem Ergebnis zufrieden war, tapste ich natürlich ganz brav Richtung Zahltheke – dort strahlte die Friseurin mich an und meinte „Das ist Service“ Äh, ja, gerne, super, toll, DANKE !
Schade, dass der Salon keine Website hat, sonst hätte ich neben den lobenden Worten hier auch gleich noch verlinkt, denn so einen Service erlebt man ja nun wirklich nicht alle Tage. Kostenlos beim Friseur gewesen bin ich jedenfalls vorher noch nie.


Geschrieben von Bonny

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6 Kommentare

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  1. Andy meint:

    Hast Du noch ein Paar Fotos ;-)

  2. Bonny meint:

    @Andy: Da ich Fotos von mir meist so gar nicht leiden mag, gibt es leider keins. Sorry. Vor allen Dingen möchte ich meinen misslungenen Selbstschneide-Versuch auch ganz bald vergessen :-)

  3. Crazy Girl meint:

    Bis Ende letzten Jahres hatte ich ja noch ziemlich lange Haare (bis zum Po ungefähr). Da trug ich auch einige Zeit lang einen Pony... und den hab ich ehrlich gesagt immer selbst mit der Nagelschere geschnitten. Klingt zwar jetzt furchtbar, war aber nicht so schlimm. ;-)
    Meine Haare wachsen ziemlich heftig schnell und mein Friseurtermin war damals nur alle 3 Monate. Nach musste ich zwischendrin auf jeden Fall mindestens. 1x zur Nagelschere greifen, sonst hätte ich irgendwann nix mehr gesehen...

  4. Bonny meint:

    @Crazy Girl : Ich glaube, mein Fehler lag darin, dass ich den Pony ja ursprünglich gar nicht gerade auf der Stirn haben wollte, sondern seitlich liegend und halt nur kürzer...
    Ich hab da kein Händchen für :-(

  5. Joschy meint:

    Hi,
    war letztens auch beim Friseur mir den Pony nachschneiden lassen. Ich war bei "Gresch", da ist das gang und gebe das dass zum Service gehört und man nichts dafür bezahlen muss!
    lg Joschy

  6. Bonny meint:

    Das habe ich inzwischen auch von einigen anderen gehört. Nur: Ich wusste das vorher echt nicht :-)

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