Isabel Alvarado arbeitet in Madrid als Personalverantwortliche für einen wichtigen Konzern und mag ihren Job. Bisherige Beförderungsangebote hat sie abgelehnt, um weiterhin die Bewerbungsgespräche des Konzerns zu führen. Wie sich später herausstellt, war es eine lebensrettende Idee, sich nicht befördern zu lassen, denn nach und nach verschwinden immer mehr Mitarbeiter aus den höheren Positionen.
Manche werden vermisst, über andere kursieren verdächtige Krankheitsgeschichten und (fast) alle haben im 26. Stock gearbeitet. Plötzlich werden die Sicherheitsmaßnahmen des Konzerngebäudes radikal verschärft. An allen Ecken tauchen Sicherheitsbeamte auf, das Gebäude ist nur noch über Drehkreuze zu betreten, Kameras werden installiert. Die Aufzüge fahren nur noch in festgelegte Stockwerke… ohne entsprechende Ausweiskarte ist es unmöglich, eines der oberen Stockwerke zu erreichen.
Natürlich kommen schließlich auch bei Isabelle Zweifel daran auf, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht…
Meine Meinung zum Thriller „Der 26. Stock“ von Enrique Cortès: Interessant fand ich diesen Thriller von Anfang an, wenngleich ich auf den ersten paar Seiten gar nicht gemerkt habe, dass es sich hierbei um einen Thriller handelt. Bis zu irgendeiner dreistelligen Seitenzahl plätschert der Roman von Cortés vor sich hin. Man lernt Isabelle kennen, ihre Lebenssituation, ihre Leidenschaft für den Job… das ist interessant, aber erstmal nicht super spannend. Zudem muss man sich als Leser daran gewöhnen, dass der Roman ziemlich genau und detailreich ist (zum Teil wird fast jede Handlung der Romanfiguren erzählt, was manchmal unnötig wirkt).
Irgendwann wendet sich jedoch das Blatt und aus dem Geplätscher wird ein packender Thriller, den ich gar nicht mehr zur Seite legen wollte. Auf einmal überschlagen sich die Ereignisse und man mag den eigenen Lesefluss gar nicht mehr unterbrechen.
Allerdings: Zwischendurch gibt es einige Szenen, die zwar nicht in sich unlogisch sind… die man aber dennoch schwer nachvollziehen kann. Manche Szenen sind sehr irreal und was man anfangs noch mit Halluzinationen der Protagonisten erklären könnte, sollen auf einmal reale Erlebnisse in der Thriller-Welt vom 26. Stock sein. Mich hat dies ein wenig gestört, doch insgesamt hat es der Spannung wenig genommen.
Fazit Der Roman beginnt interessant, aber langsam. Bis sich der richtige Thriller-Spannungsbogen aufbaut dauert es ein Weilchen. Wer die Geduld (oder das Interesse auch an ruhigen Anfangs-Passagen) mitbringt, könnte diesen Thriller sehr mögen und ihn begeistert lesen.



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