Jan 18
Damenhafte BadeenteEs gibt Tage, in denen ist einfach der Wurm drin. Unser Wurmhöhepunkt war heute das grandiose Gefühl, sich wie eine Laborratte im Labyrinth zu fühlen…

Nach einem Termin haben wir uns die Freiheit genommen, noch kurz durch die Innenstadt zu schlendern, die Mägen zu füllen und die Füße in den einen oder anderen Laden zu setzen. Letztendlich mussten wir dann aber wieder weiter und suchten das Parkhaus. Gut, war nicht einfach, aber machbar.

Der Kassenautomat verlangte ein paar Münzen, um unser Auto wieder freizugeben. Okay, kein Problem, haben wir gedacht. Pustekuchen. Eine Münze nach der andern fiel in den Schlund des Automaten, doch der Restbetrag verminderte sich gar nicht…. Kurz gewartet, noch ein paar Münzen nachgeworfen… nix passierte auf der Anzeige… der Automat wollte noch immer dieselbe Summe.

Also „Korrektur“ gedrückt, in der Hoffnung, die Münzen würden klirrend wieder herausgegeben. Doch da tat sich nichts. Der Automat grinste uns mit dem normalen Begrüßungstext ins Gesicht. Karte erneut in den Schlitz geschoben und geschaut. Vielleicht wurde unsere Zahlung ja doch akzeptiert? Vielleicht spinnte lediglich die Anzeige? Nix da, wäre ja zu einfach gewesen: Der Automat wollte noch mal dieselbe Summe von uns in den Schlund geworfen bekommen. Neee, lass mal!

In dieser ersten ratlosen Sekunde kam jemand auf uns zu, dem vor wenigen Minuten derselbe Streich gespielt worden war und wir begaben uns gemeinsam in die Tiefen der verwirrten Wege des Parkhauses, um ein bemanntes Kassenhäuschen zu finden.

Das erste Häuschen beherbergte leider nur eine Sparkassendame bzw. jemanden der für den abgesperrten Bereich des Mitarbeiter-parkplatzes zuständig war. Gut, da hatten wir nicht geparkt, dort konnte uns nicht geholfen werden.

Weiter ging es… ein Weilchen geradeaus, dann über einen Kreisverkehr, noch weiter geradeaus…. Leises stöhnen, stille Verzweiflung… Dann endlich erblickten wir ein weiteres Kassenhäuschen – besetzt von einer Dame mittleren Alters. Erfreut darüber, nun am vermeintlich helfendem Ziel zu sein, berichteten wir unser Problem und… bekamen keine Lösung präsentiert, sondern die Anweisung, zu dem Kassenhäuschen zu gehen, welches für unseren gefräßigen Parkautomaten zuständig ist. Blöd nur, dass wir dort
weder Häuschen noch Personal gefunden hatten. Ratlos fragten wir nach einer Wegbeschreibung durch das Parkhaus… und erhielten sie in derart gebrochenem Deutsch-Polnisch, dass wir anschließend genauso schlau wie vorher waren…. Trotzdem: Wenn uns eines klar war, dann, dass wir zurück mussten, also setzte sich unsre Dreier-Karawane wieder in Gang.

Schließlich standen wir erneut am Tiefgaragen-Kreisverkehr und überschritten diesen. Plötzlich hallte das Parkhaus von Anweisungen im dringlichen Tonfall. Drei bis vier Mal wiederholte sich eine Aufforderung, bis wir endlich die Ohren spitzten: „Gehen Sie rechts, gehen Sie rechts, gehen Sie rechts.“ Die Dame aus dem zweiten Kassenhäuschen hatte wohl unsren Irrweg über ihre Kameras verfolgt und wies uns nun den Weg.

Ich musste erst schmunzeln und dann loslachen. Fühlen sich so Laborratten? Verwirrt von etlichen Möglichkeiten rechts, links oder geradeaus zu laufen? Die Stimme, die so überraschend aus den (gar nicht erwarteten) Lautsprechern gekommen war, hörte nicht auf…. „Gehen Sie rechts! Gehen Sie rechts!“ Erst nachdem wir schon hundert Meter „rechts“ gegangen waren, wurde sie still und ich konnte es mir nicht verkneifen, dankbar in eine der Überwachungskameras zu winken ;-)

Schlussendlich sind wir natürlich (unversehrt) aus dem Parkhaus heraus gekommen. Aber die Situation war zwischendurch so absurd, dass ich noch im Auto lachen musste…

French Manicure mit schwarzen Spitzen und GlitzersteinNaja, neben dieser und anderen verwurmten Situationen gab es zumindest zwei Lichtpunkte heute: Ich bekam obige Badeente geschenkt (Keine Sorge, ich mag damit nicht spielen, aber wenn wir in der Wohnung eines zu wenig haben, dann solch supersüßen Kitsch!) :-D und vor meinen Augen tauchte plötzlich ein Ring auf, der so genial zur aktuellen French-Maniküre passt, dass er einfach mit nach Hause genommen werden musste :-D








Geschrieben von Bonny

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8 Kommentare

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  1. karunali meint:

    Hört sich lustig an! ... und ich dachte solche Sachen passieren nur mir ; )

  2. Bonny meint:

    @karunali: Lustig war es zwischendurch auf jeden Fall, vor allem bei dieser Lautsprecherdurchsage. Was mögen da wohl die anderen gedacht haben? Wir waren ja nicht die Einzigen im Parkhaus.... :-D

  3. Miki meint:

    Ich meide Parkhäuser. Finde immer mein Auto nicht wieder. Und früher dachte ich mal, die Auf- und Abfahrten MÜSSEN ja so konzipiert sein, dass man mit einem Auto um die Kurve kommt. Schade, dass mir die bunten Spuren an den Wänden nicht VORHER aufgefallen sind :-(
    Schöner Ring :-)

  4. lisiswelt meint:

    Oh man! Das ist ja echt ein Erlebnis! Ich bin froh, dass mir sowas noch nie passiert ist. Ich hoffe sowieso schon jedes Mal, wenn ich in ein Parkhaus fahre, dass ich da bloß wieder raus komme. Bisher hat es ein Glück funktioniert. Aber der Automat hat euch ja leider einen ziemlich bösen Streich gespielt. Die Lautsprecherdurchsage ist aber eindeutig wirklich noch das beste an der Geschichte :-D! Ich hätte glaube ich nen richtigen Lachkrampf bekommen! ;-) Zumindest gab es ja mit dem Ring auch noch ein schönes Erlebnis eures Stadtbummels! :-) Der übrigens wirklich super zu deinen Nägeln passt!

  5. Lady meint:

    Ich glaube das ist alles andere als lustig. Mein Blutdruck wäre wahrscheinlich wieder auf 200 gegangen und alle Menschen um mich herum hätten sich verstecken müssen.

  6. Bonny meint:

    @Miki: Das mit dem Nicht-Wiederfinden kommt mir bekannt vor. An der Uni stieß man im riesigen Parkhaus tagtäglich auf Leute, welche die Treppen rauf und runter rannten und bei jeder Parkebene hofften, dort ihr Auto zu finden.

    Ich habe mir damals angewöhnt, grundsätzlich nur auf einer Parkebene zu parken – die war zwar recht weit oben, aber dafür war dort immer ein Plätzchen frei und ich musste nicht jeden Tag überlegen, wo denn verdammt noch mal mein Auto geblieben ist!

    Hast du wirklich mit deinem Auto die Parkhauswände geschrabbt? Autsch! + Herzliches Beileid.

    Ich war früher der Ansicht, dass es ja nur an dem Fahrer läge, wenn dieser nicht heil aus dem Parkhaus kommt. Bis ich mit einem Bekannten mitgefahren bin, der sein tiefer gelegtes Schätzchen par tout nicht aus der Tiefgarage heraus bekam, ohne den Unterboden von der (recht steil bergauf führenden) Fahrbahn küssen zu lassen… hörte sich gruselig an!


    @Lisiswelt: Ich war wirklich kurz davor, ganz laut loszulachen. Leider war aber der Dritte in unserem Bunde recht grimmig – schien ein Geschäftsmann zu sein, der wohl unter Zeitdruck stand. Seine ganz böse Miene konnte mich nicht total vom Lachen abhalten, hat aber den absoluten Lachkrampf gebremst :-D


    @Lady: Ach, solange es irgendwie gelingt, in so einer absurden Situation noch zu lachen, finde ich es besser, dies auch zu tun und das Nervenkostüm möglichst zu schonen. Bringt ja nichts, wenn man da mitten in der Öffentlichkeit explodiert.

    Wobei wir aber Glück hatten (sprich: keinen wichtigen Anschlusstermin). Hätten wir noch dringend woanders hin gemusst, wäre meine Gemütsreaktion vielleicht ein wenig anders ausgefallen.

  7. Thorsten meint:

    Also ich muss zugeben, ich bin dann auch einer der Sorte, die sich da vielleicht etwas mehr aufregen würden.
    Allerdings hast du recht, so eine Situation muss man entspannt sehen und eigentlich ist es ja auch zum lachen.

  8. Bonny meint:

    @Thorsten: Zum Glück passieren solche Parkhauspannen ja so selten, dass du mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht genau dieselbe Panne erleben / erleiden musst ;-D

    Solange es geht, ist Lachen immer die bessere Wahl :-D Man müsste es nur irgendwie noch hinbekommen, selbst zu entscheiden, ob man sich nun ärgern oder kaputtlachen möchte ...

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