Dez 10
Buchcover: Bekenntnisse einer Vampirin, ein Anti-Helden-RomanVampir zu sein ist doof, langweilig, nervig! Meint Nina, denn sie ist eine Vampirin, eine abstinente Vampirin um genau zu sein und kann sich mit ihrer Verwandlung so gar nicht abfinden.

Dauernd ist sie müde, erschöpft und oftmals muss sie sich übergeben. Ihre Nahrungsmittelergänzungen und das tägliche Meerschweinchenfrühstück ekeln sie an. Die Treffen der Selbsthilfegruppe nerven sie und wenn sie nicht nerven, dann sind sie langweilig. Nina ist nämlich Mitglied der Gruppe abstinenter Vampire, die alle gegenseitig darauf aufpassen, dass niemand seinem Durst nach menschlichem Blut nachgibt und die Vampirinfektion weiter trägt. Dazu gehört es leider auch, weitgehend im Abseits zu leben: Niemand der Gruppe darf alleine vor die Tür, der Besuch von Kinos, Nachtclubs, Diskotheken etc. ist untersagt… das Leben beschränkt sich weitgehend auf surfen im Internet und das Anschauen dämlicher Fernsehserien.

Doch dann wird Ninas Leben doch noch spannend: Als ein Gruppenmitglied mit einer silbernen Kugel erschossen wird und Nina mit ihren Freunden nur noch ein Häufchen Asche im Sarg des verhassten Vampirs findet, bekommen alle Angst. Geht da ein Vampirjäger um? Hat der Mörder auch ihre Adressen? Sind sie noch sicher?

Nina, Sanford, Gladys, David und Co. bleibt nichts anderes übrig: Sie müssen der Sache auf den Grund gehen, damit sie bald wieder unbehelligt ihr langweiliges Leben weiterleben können. Leider sind die wenigsten Vampire mutig und stark, sie können weder fliegen, noch haben sie viel Mumm in den alten Knochen… schlechte Voraussetzungen also, um gekonnt mit Vampirjägern und Veranstaltern von illegalen Werwolfkämpfen umzugehen…

Catherine Jinks hat in ihrem Roman „Blutsbande – Bekenntnisse einer Vampirin“ versucht, die Vampir-Mythen auf die Schippe zu nehmen und aus den vermeintlich starken, mächtigen und selbstbewussten Nachtwesen eine kleine Gruppe Elend werden lassen.

Dabei kommt die Hauptfigur des Romans durchweg authentisch rüber – sie erzählt in einem unterhaltsamen, ehrlichen Stil, der einen beinahe glauben machen könnte, hier eine wahre Geschichte zu lesen. Der Leser wird mitgenommen und fühlt sich direkt als sehr naher Zuschauer.

Was im Klappentext als „witzig“ und „bissig“ angepriesen wird, entpuppt sich zwar als ausgesprochen unterhaltsam, doch die Geschichte plätschert eher gemütlich vor sich hin. Lesenswert ist diese Anti-Helden-Story auf jeden Fall (wenn man gerade Lust auf gemütliche Lesestunden ohne atemberaubende Spannung hat), doch große Lachkrämpfe sollte man eher nicht erwarten.

PS: Ihr würdet gerne einen Blick in das Buch werfen und euch eine eigene Meinung bilden? Gerne, dafür ist die Leseprobe zu Catherine Jinks’ „Blutsbande“ da :-D

Geschrieben von Bonny

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1 Trackbacks

  1. Bonny

    Klasse Roman: "Im Schatten dunkler Mächte" von K. M. Moning
    Dunkle Schatten, in vollem Glamour gehüllte Feenwesen – Welten, in denen Gut und Böse kaum noch zu unterscheiden ist – Wesen, denen sich verpflichtet wurde, bei denen jedoch keineswegs sicher ist, ob dies ein Beitrag ist, um das eigenen Leben zu schützen

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