Nov
22
Ich ärgere mich fast einwenig, dass ich den Roman „Lauf, Jane, lauf!“ von Joy Fielding erst jetzt gelesen habe, denn der Thriller ist richtig spannend und fast wäre das Büchlein in meiner großen Sammlung untergegangen.Man stelle sich vor: Eine Frau steht an einer Kreuzung und weiß nur, dass sie gerade ein paar Kleinigkeiten einkaufen wollte – aber wer sie eigentlich ist, wie sie heißt, wo sie wohnt und wer ihre Freunde sind, all dies ist ihr plötzlich entfallen.
Genau an diesem Punkt trifft der Leser auf Jane und begleitet sie von da an auf der Suche nach sich selbst und auf der Suche nach dem Grund für ihren Gedächtnisverlust. Jane steht nämlich nicht einfach nur ohne Gedächtnis auf einmal mitten auf der Straße, sondern hat zudem noch tausende Dollar Bargeld in den Taschen und ist mit einem blutigen Kleid bekleidet. Dies macht ihr Angst.
Die spätere Information, dass extrem traumatische Erlebnisse, vor allem, wenn sie beinahe zum selbstverschuldeten Verlust eines geliebten Menschen geführt hätten, so eine spontane Amnesie auslösen können, ist ebenfalls wenig beruhigend. Dabei scheint erstmal alles in Ordnung, als Jane sich an ein Krankenhaus wendet, sie dort wiedererkannt wird und ihr allseits beliebter Ehemann sie nach Hause holt… alle sind begeistert von dem aufopferungsvollen Kinderchirurgen, der sich rührend um Jane kümmert und bald ihr Vertrauen zurückgewinnt.
Doch irgendwas stimmt nicht. So aalglatt die Erklärungen ihres Ehemannes klingen… irgendwo harkt es, doch Jane ist sich erst nicht sicher, was genau sie so unsicher macht. Später glaubt sie, kaum noch eine Chance zu haben all die Verdachtsmomente aufklären zu können. Die Haushälterin schottet sie von allem ab, die Nachbarin und Freundin hasst sie aufgrund eines üblen Verdachts und ihre Freunde wissen auch nicht so recht, ob sie nun der offensichtlich verwirrten Jane oder ihrem überzeugenden Ehemann glauben sollen. So muss Jane am Ende tatsächlich rennen: Um ihr Leben und um zu beweisen, dass der Mann an ihrer Seite nichts mit einem Engel gemein hat.
Etwa zu Mitte des Romans stellte sich bei mir der Gedanke ein, dass ja nun alles aufgelöst sei und ich fragte mich, was denn in der zweiten Hälfte des Buches noch kommen sollte. Die Lösung ist einfach: Es kam eine überraschende Wende und viel Spannung!
PS: Wem dieser Roman gefällt, der kann guten Gewissens auch zu „Auf Liebe und Tod“ von Molly Katz greifen. Die Grundstory ist ähnlich ohne gleich zu sein und das Buch liest sich ebenfalls sehr gut.

















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