Nov 12
Barbaras Leben hätte wunderbar werden können, wenn es denn eine Möglichkeit gegeben hätte, dass alles so geblieben wäre wie es einmal war. Aufgewachsen auf einem großen Gutshof, in einem atemberaubenden Schloss, umsorgt von einer liebevollen Mutter und verliebt in einen aufstrebenden Wissenschaftler muss sie allerdings erkennen, dass das Leben alles was es gibt auch wieder nehmen kann!

Peter Prange erzählt in seinem Roman „Das Bernstein-Amulett“ die Familiengeschichte von Barbara und ihrem Mann Alex. Beide heiraten jung und müssen sich bereits wenige Zeit nach der unglücklich verlaufenen Hochzeit wieder trennen: Alex geht an die Front, um das im zweiten Weltkrieg befindliche Deutschland zu verteidigen – nicht etwa, weil er dies so möchte, sondern weil ein dunkler Fleck aus seiner Vergangenheit ihm keine andere Wahl lässt.

Welches Geheimnis ihren jungen Mann treibt, weiß Barbara nicht. Im Gegenzug hat auch Alex keine Ahnung, welche Geheimnisse seine Frau ansammelt, während er an der Front und später im Straflager ist. Doch obwohl beide langsam in andere eigene Realitäten abgleiten und oftmals voneinander getrennt sind, verbindet sie ihre Liebe… eine Liebe, die nach dem Krieg sowohl Alex’ Aufenthalt im Straflager aushält als auch die jahrelange Trennung durch die später hochgezogene Mauer, welche West- von Ostdeutschland trennt.

Drei Kinder haben Alex und Barbara zusammen – oder doch nicht? Sie lieben sich, trotz aller gewaltsamen Trennungen – oder doch nicht? Sie haben es geschafft, zu überleben, den Krieg ebenso wie die Zeit in der DDR – haben sie dies eigenständig geschafft, oder doch nur, weil Mächtigere ein Auge auf das ein oder andere Familienmitglied geworfen haben? War es bloßer Zufall, dass sie von immer neuen Schicksalsschlägen ereilt wurden – oder lag dies doch eher daran, dass Feinde der Familie im Laufe der Jahre immer höhere Staatspositionen erlangt haben und so ihre Rachegelüste einfach ausleben konnten?

Der Roman ist ausgesprochen spannend und einfühlsam geschrieben, kein Absatz, kein Kapitelende schafft es, dass man das Buch einfach zur Seite legen könne – man blättert immer weiter und liest und liest und wünscht sich am Ende, dass dieser Schicksalsroman noch weiter ginge. :-)

„Das Bernstein-Amulett“ ist im Übrigen das zweite Buch, welches ich von Peter Prange gelesen habe. Kennengelernt habe ich den Autor mit dem Roman "Der letzte Harem". Wer mag, kann hier gerne auch die Buchvorstellung zum "Haremsroman" nachlesen.

Geschrieben von Bonny

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