Sep 27
Also, irgendwie hatte ich mir das anders gedacht, wollte doch nur für ein, zwei Stunden in die neue Wohnung fahren, sie mir noch mal in aller Ruhe anschauen, ein bisschen putzen, ein paar Minuten aus dem Fenster schauen und Gedanken sortieren.

Stattdessen stehe ich nun seit anderthalb Stunden im Stau – nichts geht mehr. Vor mir vertritt sich eine Mutter mit ihrem Kind die Beine, schräg hinter mir haben Fahrer und Beifahrer die Plätze getauscht und der jetzige Beifahrer guckt neben dem Auto Löcher in die Luft.

Die erste Möglichkeit zum Abfahren von der Autobahn habe ich verpasst. War auch blöd zu denken, dass es sich hier nur um eine kleine Stauung handeln würde… Einen Meter nach der Ausfahrt fiel mir ein „Sch***, die Autobahn ist doch heute partiell gesperrt!“ Die nächste Ausfahrt ist noch lange nicht in Sicht.

Gut, dass ich Mülltüten, Zettel, Stift, ein paar Postkarten und Reinigungstücher dabei hatte. Nach 30 Minuten wurde mir das bloße Rumsitzen zu dumm: Ich habe angefangen das Cockpit mit den Reinigungstüchern zu bearbeiten und alles in Reichweite des Fahrersitzes blitzblank geputzt, jetzt glänzt es bis in die letzte Ecke. Wow, so sieht mein Autoinnenraum also aus, wenn er mit ganz viel Beachtung gesegnet wird! In der Ablage der Fahrertür fand sich auch noch ein Orangen-Raumduft. Jetzt riecht es hier ganz angenehm und es wird langsam fast schon gemütlich :-)

Auf die Werbepostkarte (gestern spontan im Baumarkt mitgenommen, weil mich das Motiv so angesprochen hatte) habe ich schon einen kurzen Text für meinen Bruder geschrieben und nun wird dieser Blogartikel in mein Notizbuch gekritzelt.

--- Entschuldigt mich kurz, ich darf wieder zwei Meter vor fahren. Juppieeh! ---

Ich glaube, wenn irgendwann die nächste Ausfahrt kommt, pfeife ich auf die ausgeschilderte Umleitung und fahre direkt wieder zurück. Wird wohl nichts mehr mit den paar Besinnungsminuten im bald neuen Heim. Bis ich in diesem Schneckentempo die Abfahrt erreiche, sind die geplanten zwei Stunden für den Sonntagsausflug eh schon wieder um!

Bis dahin freue ich mich über das saubere Auto… gucke noch mal Löcher in die Luft und bin froh, dass ich direkt vor der Fahrt nicht doch noch einen Kaffee getrunken habe.

Was macht ihr im Stau? Wie vertreibt ihr euch diese Zwangspause, in der nichts mehr geht und das Ende noch lange nicht in Sicht ist???


Nachtrag: Nach drei Stunden war ich wieder Zuhause… ohne zwischendurch die neue Wohnung gesehen zu haben :-(


Geschrieben von Bonny

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2 Kommentare

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  1. Dessous meint:

    Ja ich weiß ist echt der Hammer auf Deutschlandsstraßen, vor allem nach Feierabend oder zu Stoßzeiten ist die Hölle los und es geht NIX mehr!

    Ich sage Dir aber ehrlich: Als Motorradfahrer habe ich es da überwiegend einfacher ;-)

  2. Bonny meint:

    @Dessous: Oh ja, dem ein oder anderen Motorradfahrer habe ich im Stau recht neidisch hinterher geschaut... für die findet sich fast immer ein kleiner Weg, mit dem es viel schneller aus dem Stau heraus geht :-)

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