Jul
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Nachdem ich die Leseprobe des ersten Trnd-Buchprojektes „Der letzte Harem“ von Peter Prange gelesen, mich beworben hatte und letztendlich als Testleserin ange-nommen wurde, habe ich eine schöne orientalische Geschichte rund um die Freundschaft zweier Frauen erwartet… Nachdem ich die letzte Seite umgeschlagen habe und der Roman beendet ist, weiß ich, dass diese Erwartung viel zu wenig war – denn: der Roman ist viel mehr, als eine einfache Freundschaftsgeschichte. Er fragt nicht einfach danach, wie zwei ehemalige Haremsdamen in der realen Welt überleben sollen… er fragt und erzählt viel mehr.Anfangs war ich verzaubert von der orientalischen Geschichte, von den Beschreibungen des Haremslebens und von den so grundsätzlich verschiedenen Wünschen und Hoffnungen der Freundinnen Elisa und Fatima. Während die eine sich nichts sehnlicher als Freiheit wünscht, möchte die andere nicht mehr, als die wichtigste Frau des Sultans werden… während die eine später ihre Freiheit erhält und mit dieser zurecht kommen muss, bleibt die andere den Herrschern treu und findet wieder zu einem Mann der Macht.
Was als scheinbar harmlose Geschichte beginnt, wird letztendlich auch eine Erzählung über Vertrauen, Liebe, Misstrauen, Verrat und Betrug – dabei wird alles so sprachgewaltig und lebendig geschildert, dass es mir immer wieder schwer fiel, meine Lesestunden zu unterbrechen.
Mitten im Roman wandelt sich die Szenerie – von Liebe und Freundschaft ist kaum noch eine Spur. Als das Osmanische Reich zerfällt herrschen erst Unruhen und später Krieg – und obwohl es viele Geschichten gibt die von verlorenen Liebespaaren erzählen, von im Kriegswirren verlorenen Freunden, von der verbissenen Arbeit in Krankenhäusern, nirgendwo habe ich es so gelesen wie in diesem Roman.
Peter Prange versteht es, den Leser zu fesseln und ihn emotional einwenig durchzuschütteln… mehr fällt mir nicht ein, außer dass ich mal schauen werde, welche Bücher Peter Prange noch so aus seiner Feder hat fließen lassen…



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